Aschaffenburger Ostermarsch 2017

Redebeitrag Dorothea

Redebeitrag Reinhard (mit Texten der einrahmenden Lieder
Mein Michel. was willst du noch mehr?
Lied: Eurer Freiheit is verlooche
Jimmy Newman - Gesang: R. Horn)

Es gab weiterhin einen Redebeitrag von Ludwig (Betriebsseelsorge), der uns (noch) nicht digitalisiert vorliegt.
Außerdem sprachen Niklas Wagener (GRÜNE Jugend) und Eris Tosun (Kurd. Geselschaftszentrum) Grußworte.

Kurzbericht und -kommentar: Hubert Baumann

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Samstag, 11. Juni 2016: Menschenkette für den Frieden | Kaiserslautern – Ramstein

Stopp Ramstein:  kein Drohnenkrieg!
„Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen.“
10.-12. Juni: Veranstaltungen, Festival, Friedenscamp

Auf zur Menschenkette Kaiserslautern - Ramstein!
Wir können es schaffen: In Ramstein einen großen eindrucksvollen Friedensprotest zustande bringen, eine Menschenkette des Lebens gegen den Tod, eine Hoffnungs­aktion für Frieden und gegen Zerstörung.
Neben Oskar Lafontaine werden seine Fraktionssprecherin Claudia Kohde-Kilsch, der Ex-CIA-Agent Ray McGovern, der Konversionsexperte und Ex-Grünen-Bundestagsabgeordnete Roland Vogt sowie Claudia Haydt von der Informationsstelle Militarisierung zu den Kundgebungsteilnehmern sprechen.

...
Wir fuhren am Samstag, 11. Juni um 8.00 Uhr mit einem Reisebus am Aschaffenburger Volksfestplatz ab und waren Punkt 20.00 Uhr wieder zurück. Witeres s. Bilder

 

Aschaffenburger Ostermarsch 26.03.2016

Flugblatt mit Aufruf herunterladen

Redebeitrag Ludwig Stauner, Betriebsseelsorger

Redebeitrag Bernhard Wühr, Friedenstrommler

Redebeitrag Vertreter d. Kurd. Kulturzentrums

Redebeitrag GRÜNE Jugend (N. Wagener)

Redebeitrag R. Frankl

http://www.main-echo.de/regional/art485817,4039408

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Bilder:

Eröffnung auf dem Stiftsplatz (Foto: M. Aulbach) mit Universal Soldier (deutsch, r.f.)

Die Runde füllt sich auf dem Stiftsplatz (Foto: M. Aulbach)

Empört euch!! (Foto: M. Aulbach)

Rührt die Trommel - unser Marsch ist eine gute Sache! (Foto: M. Aulbach)

"Unser Marsch ist eine gute Sache" - nicht nur ernst! (Foto: M. Aulbach)

Alle dem Anfangstransparent  nach! (Foto: M. Aulbach)

Sand ins Gertiebe - in der Sandgasse! (Foto:  P. Diehl)

... hat mit aufgerufen und ein Grußwort gesprochen (Foto: M. Aulbach)

"Der Himmel brennt im Nahen Osten ..."

Der Vertreter des kurd. Kulturzentrums spricht (Foto: M. Aulbach)

Aschaffenburg ist bunt und für den Frieden! (Foto: M. Aulbach)

Wir haben weit über 200 TeinehmerInnen gesehen. (Foto: M. Aulbach)

Die Grüne Jugend spricht. (Foto: P. Diehl)

"We shall overcome!" (Foto: M. Aulbach)

Antikriegstag 2014 - Redebeitrag R. Frankl auf der Aschaffenburger DGB-Kundgebung

Im Osten nichts Neues


100 Jahre ist es nun her, dass der deutsche Kaiser im Streben nach Vormacht der Welt den Krieg erklärte, wohlgemerkt im Interesse des deutschen Kapitals, will meinen Siemens, Deutsche Bank, Krupp und Thyssen, BASF, Bayer, Hoechst, um mal einige der Rösser und Reiter zu nennen, die auch heute privaten Profiten, Rohstoffen und Absatzmärkten rund um den Globus hinterher jagen. Die Jagd, die die Hauptursache der ca. 140 Kriege ist, die dem Ersten Weltkrieg bis heute folgten.

Nach dem Kalten Krieg und mit dem Ende der so genannten Systemkonkurrenz jubelten viele Spezialisten bereits über die Friedensdividende in einer unipolaren Welt. Heute ist klar: Zumindest in Russland, den USA, der EU und China haben wir deutlich imperialistische Machtpole, die jeweils die besten Plätze an der Sonne an sich ziehen wollen. Und das Zerren an der Ukraine von zwei Seiten erinnert schon fatal an die Ausgangssituation von 1914. Vergleiche hinken immer, aber ich meine, da ist schon was dran! Peter Strutynski vom Kasseler Friedensratschlag sagte an Ostern in Nürnberg: „Mit Lügen und falschen Versprechungen, mit einer kriegsbegeisterten und kriegsgeifernden Presse wurde der deutschen Bevölkerung 1914 eingeredet, es handle sich um einen Verteidigungskrieg; das zivilisierte Deutschland müsse sich gegen den barbarischen russischen Zarismus zur Wehr setzen. Die damalige Sozialdemokratie ist dieser Propaganda auf den Leim gegangen; sie hat die bis dahin schwerste politische Prüfung leider nicht bestanden und hat bis heute noch nicht die richtigen Lehren daraus gezogen.“

Ich stelle fest, sie sitzt nach wie vor in Regierungen für den westlichen Kapitalismus. Dem war aber mit dem Zerfall des so genannten realen Sozialismus im Osten das Feindbild abhanden gekommen. Stattdessen drängt das Kapital auf die dort frei werdenden Märkte. Keine andere Regierungskoalition als rot-grün hätte 1999 gegen den Willen der Bevölkerung den ersten Krieg nach 45 von deutschem Boden aus durchsetzen können. Für die Bombardierung Belgrads mussten Vorwände auf inzwischen bekannte Weise erlogen werden. Heute sind es die „unmäßigen russischen Oligarchen“, die angeblich einen so großen Werteunterschied zwischen russischem und westlichem Kapitalismus ausmachen, dass man wieder mit dem Säbel rasselt. Ein Putin wurde bereits zum barbarischen Zaren hochstilisiert. Er muss als Schreckensbild auf den Titelblättern dafür herhalten, die Osterweiterung von EU und NATO bis an die Grenzen Russlands, die Stationierung von Raketensystemen wie überhaupt mehr Präsenz des westlichen Militärbündnisses im Osten zu rechtfertigen. - Wohlwissend, dass man damit gegen gegebene Vereinbarungen verstößt.

Der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Journalisten-Union Eckart Spoo, Herausgeber der Zeitschrift Ossietzky, hielt Anfang Juli in Berlin unter dem Titel „Im Osten nichts Neues“ ein Referat, in dem er seine Analyse dieser einseitigen Ukraine- Berichterstattung präsentiert. Man kann es auf youtube nachhören. Er zitiert aus der süddeutschen Qualitätszeitung SZ, nach deren Darstellung das ukrainische Militär in der Ostukraine nur in Anti- Terror-Maßnahmen versuchte, die prorussischen Separatisten zurückzudrängen. Er weist darauf hin, dass diese Separatisten in diesem Gebiet wohnen und fragt, was wohl damit gemeint sei, sie in ihrem Wohngebiet zurück zu drängen. Wenn wir nun aus anderen Kanälen als unseren Leitmedien wissen, dass die ukrainischen Militärverbände in Donbass und Donezbecken sich zum Großteil aus dem Umfeld der faschistischen Swoboda- Partei und aus dem rechten Sektor rekrutieren, und wenn wir gesehen haben, wie das Gewerkschaftshaus in Odessa samt Menschen abgefackelt wurde, steigt eine schreckliche Ahnung in uns auf...

Über die Situation in der Ukraine gäbe es viel mehr zu sagen, als ich es hier in der kurzen Zeit kann. Im jüngsten Aufruf des Kasseler Friedensratschlages heißt es dazu, und ich betone das, nachdem es inzwischen augenscheinlich gelungen ist, Putin zu nunmehr offenen Kriegshandlungen zu reizen: „In der Ukraine hat der Westen mit seiner Alles-oder-nichts-Politik einem reaktionär-nationalistischen Regime auf die Beine geholfen und die Konfrontation mit Russland angeheizt. Frieden in Europa geht anders: nicht gegen, sondern nur mit Russland.“

Zurück zu 1914. Mit dem Ersten Weltkrieg wurde auch das Osmanische Reich zerlegt. Engländer, Franzosen und Amerikaner haben den Nahen und Mittleren Osten am Grünen Tisch alleine nach ihren Interessen aufgeteilt. Die tödlichen Spannungen, die aus den willkürlichen Grenzziehungen resultierten, halten bis heute an. Der Irak wurde durch den völkerrechtswidrigen US-Krieg 2003 schließlich total destabilisiert. Syrien sollte folgen. Vor genau einem Jahr demonstrierten wir gegen drohende US- Luftschläge dort. Es kam zum Glück nicht dazu. Dennoch wurde ein weiteres Staatsgebilde auf der geostrategischen Brücke zwischen dem Wertstoff-gierigen Westen und dem ressourcenreichen Osten destabilisiert. Dabei sind Teile der bewaffneten Oppositions-Gruppen wohl erheblich außer Kontrolle geraten, die von reichen Golfstaaten, von der Türkei und von westlichen Interessen unterstützt werden. Sie terrorisieren nun unter dem Namen IS die Region. Die Welt zeigt sich entsetzt und sucht - natürlich wieder militärische Lösungen. Wie mir kurdischstämmige Kollegen aus ihrer Heimat berichten, sind breite Teile der Bevölkerung dort der Meinung, dass sie keine Waffenlieferungen aus dem Westen bräuchten. Das Zurückpfeifen genannter Unterstützer würde den Frieden in der Region weit mehr fördern. Wo bleiben hier Sanktionen? Auch hier bin ich nach wie vor der Meinung: Schluss mit dem Export von Waffen - egal wohin! Den Kollegen aus der IG Metall in den Betriebsratsetagen deutscher Waffenschmieden empfehle ich, hinsichtlich des Einsatzes für Konversion und Abrüstung mal in ihre Satzung zu schauen.

Was die militärische Aufrüstung einer Macht im Nahen Osten bewirken kann, sehen wir seit Jahrzehnten in Palästina. Gerade ist wieder ein Gaza-Massaker geschehen. Wir haben alle den derzeitigen Waffenstillstand herbeigesehnt. Wir wissen aber auch, dass dort nicht eher Frieden einkehren wird, als die völkerrechtswidrige Besatzung von palästinensischem Territorium beendet ist und Israel von den vielen UN-Resolutionen, die es bis heute nicht hält, wenigstens eine befolgt hat. Ich meine die UN-Resolution 242 von 1967. Sie fordert den Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten. Wir unterstützen die Tausenden von Israelis, die im August in Tel Aviv für Friedensverhandlungen ihrer Regierung mit der Palästinensischen Autonomiebehörde auf die Straße gegangen sind. Wir unterstützen die vielen mutigen PalästinenserInnen, die sich seit Jahrzehnten weigern, Feinde ihrer Nachbarn zu sein! Wir wünschen ihnen allen einen Durchbruch auf ihrem Weg. Vorher wird es auch in diesem Teil des Ostens leider nichts Neues geben.

Shalom! Salam! Mir! Peace! Friede!

 

Bericht auf den Seiten des DGB Unterfranken

Bericht auf den Seiten des Bayerischen Rundfunks

Film Matinee: Der blinde Fleck

 

Casino Aschaffenburg, Ohmbachgasse 1
Sonntag, 26. Januar 2014, 10.30 Uhr
Eintritt: 5,- Euro


1980 explodierte auf dem Münchner Oktoberfest eine Bombe und riss 13 Menschen in den Tod. Sehr bald war klar, dass der Versuch der damaligen CSU-Staatsregierung, das Attentat der Linken zuzuschieben, im diametralen Widerspruch zur Realität stand: Es handelte sich um einen rechtsterroristischen Anschlag. Die Polizei präsentierte auch kurz darauf einen extrem rechten Einzeltäter. Doch an der Theorie gibt es Zweifel, die der Film aufbereitet ...
Es spielen u. a.: Benno Fürmann, Heiner Lauterbach, Nicolette Krebitz, August Zirner, Miroslav Nemec, Jörg Hartmann, Udo Wachtveitl;

 Nach dem Film gibt es ab 12:00 Uhr die Möglichkeit zum Gespräch mit den Autoren Ulrich Chaussy und Daniel Harrich, der auch Regie führte.
Eine Gemeinschaftsveranstaltung im Vorfeld des Holocaust Gedenktages 2014

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Testfall Syrien?

Die nationale, regionale und internationale Ebene des Syrien-Konflikts und die Perspektiven für einen Frieden in der Region

Karin Leukefeld, Bonn/Damaskus, Auslandskorrespondetin, Islam- und Politikwissenschaftlerin, u. a. tätig für ARD- und Schweizer Hörfunk, Junge Welt

Mittwoch, 04. Dezember 2013, 19.30 Uhr 
Volkshaus Halkevi, Aschaffenburg
Sandgasse 2, 1. Stock

Anfang September 2013. Ein US-Angriff gegen Syrien liegt in der Luft. Bei einer Friedensaktion rufen Attac Aschaffenburg-Miltenberg und die Aschaffenburger Friedenstrommler die Bürgerinnen und Bürger entsprechend einer bundesweiten Verabredung dazu auf, am Tag X eines Angriffes auf Syrien sich zum lautstarken Protest zu treffen.
Der türkischen Regierung genügt die Ankündigung Obamas nicht, nur wenige gezielte Angriffe für kurze Zeit durchführen zu wollen. Ihr Ziel bleibt „Regierungswechsel in Damaskus“. Präsident Abdullah Gül meint nach der Verabschiedung der Syrien-Resolution 2118 Ende September sogar, der UN-Sicherheitsrat habe damit versagt. Darum brauche man eine neues „internationales Konzept“ um in „inländische Probleme eingreifen zu können“. Syrien sei dafür ein „wichtiger Testfall“. Mehr als 100.000 Tote, über 6 Mill. Flüchtlinge, das sind jetzt schon die düsteren Zahlen der
Gewalt in diesem "Testfall".
Doch der Tag X des US-Angriffes gegen Syrien blieb bisher zum Glück aus. Der Versuch, den Präsidenten Assad zu stürzen, scheint gescheitert. Eine russische Zeitung urteilte am 15.10.2013: »Der (...) Prozess der Chemiewaffenvernichtung in Syrien macht (...) Assad zumindest für diesen Zeitraum zu einem legitimen Partner des Westens. Die Militäroperation gegen Syrien, die die Monarchien am Persischen Golf so enthusiastisch finanzieren wollten, ist von der Tagesordnung gestrichen.« 
Und wie geht es weiter?

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07.09.2013 Demo: Keine militärische Intervention in Syrien!

Aschaffenburger protestierten gegen die Kriegs- und folgten den Friedenstrommlern
Empört euch gegen Rüstungsexport!
R. Frankl umrahmte die Redebeiträge musikalisch
Vorübung zum Tag X? - Hoffentlich nicht!

Nachdem am letzten Wochenende hierzulande in vielen Städten - mit Beteiligung vieler 
Attacis - gegen die drohende Militär-Intervention in Syrien protestiert 
wurde, haben die Aschaffenburger Friedenstrommler und Attac 
Aschaffenburg für kommenden Samstag eine Mahn-, Gedenk-, und 
Friedensaktion im Rahmen der Friedenswochen um den Antikriegstag 2013 
angemeldet.

Samstag, 7.09.2013, 14.00 Auftakt und Abmarsch an der City-Galerie 
Eingang Schöntal
Demonstrationszug durch die Innenstadt zum Stiftsplatz.
15.00 Kundgebung unter dem Motto
Keine militärische Intervention in Syrien!
Kultur für den Frieden!
Gegen Faschismus!


"Rechtzeitig" zum Antikriegstag 2013 fordert Obama einen Militärschlag 
gegen Syrien. Wir stellen diesen Kriegsvorbereitungen unseren Protest 
entgegen und wollen ihn am Samstag sicht- und hörbar vortragen. Wir 
laden zu Demontsration und Kundgebung mit Rede- und Kulturbeiträgen ein.
Die Kriegsfront bröckelt. Nach dem sensationellen Scheitern der 
Kriegspläne von Premier Cameron im britischen Parlament verweigert 
Zypern sein Hoheitsgebiet samt der britischen Militärbasen für Angriffe 
gegen Syrien. Und aus Österreich kommt die Nachricht: "Kein Überflug für 
NATO-Jets". Eine klare Absage zu Überflugsgenehmigungen für in 
Deutschland stationierte Kampfjets. Die Bundesregierung sagt Nein zum 
Militärschlag in Syrien. Das klingt gut, ist aber eine Mogelpackung. 
Wenn die USA den völkerrechtswidrigen Krieg beginnen, wird Deutschland 
unmittelbar zur Kriegspartei.  Schon jetzt unterstützt die 
Bundesrepublik den Krieg indirekt mit den Patriot-Flugabwehrbatterien in 
der Türkei, einem deutschen Spionageboot vor der syrischen Küste und mit 
Bundeswehrsoldaten, die ein Drittel der Besatzung der 
NATO-Gefechtsführungsplattformen AWACS  stellen.
Wir halten allerdings an den Erkenntnissen auch der Aschaffenburger 
Friedensbewegung seit den 80iger Jahren fest, dass - wie schon im Kosovo 
1999, in Afghanistan 2001 und in den drei Golfkriegen 1980, 1990 und 
2003 - auch diesmal Krieg keine Lösung der jeweiligen ökonomischen und 
sozialen Probleme ist. Insbesondere die kriegerischen Interventionen 
seit Anfang des neuen Jahrtausends - ob Afghanistan, Irak oder Libyen - 
haben gezeigt, dass weder Menschenrechte noch Demokratie - trotz medial 
immer raffinierterer Propaganda - befördert wurden. Im Gegenteil. Im 
Zuge weltweiter ökonomischer Krisenerscheinungen und einem um sich 
greifenden Sicherheitswahn ist ein globaler Abbau demokratischer Rechte 
und ein Erstarken faschistischer Umtriebe zu verzeichnen.
Das nackte Kapitalinteresse und die dazugehörigen strategischen 
Überlegungen treten immer mehr als treibende Kriegskräfte hervor -
immer deutlicher gegen die friedliebenden Interessen der großen 
Bevölkerungsmehrheiten. Die aber wollen wir auf unserer Veranstaltung im 
Rahmen der Friedenswochen zum Antikriegstag zur Geltung bringen. Es ist 
- wieder einmal - an der Zeit!

r.f.

Demo "umFAIRteilen" 29.09.2012, Ffm - Pressemitteilung

Reichtum stärker besteuern – auch für viele Aschaffenburger „nur fair“

Aschaffenburger Vertreter der Bündnisses „umFAIRteilen“ werten die Demonstrationen vom Samstag als Erfolg

 

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac, die Friedenstrommler, die  Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die KAB/Betriebsseelsorge  und die Kommunale Initiative (KI) hatten hier am bayerischen Untermain  zur gemeinsamen Fahrt in die Main-Metropole aufgerufen. Über 30 Personen  fanden sich dazu am Samstagvormittag in der Regionalbahn nach Frankfurt  ein. „Ein gutes Viertel davon sogar unter 30“, freute sich Karl-Ernst  Aulbach von den Friedenstrommlern. Hans Büttner, Stadtrat (KI) und  Reinhard Frankl, Vorsitzender der GEW Aschaffenburg-Miltenberg, waren  sich einig: „Die dezentralen Aktionen am Samstag in insgesamt mehr als  40 Städten zeigen, dass die Menschen die Schere zwischen Arm und Reich  nicht mehr akzeptieren, die im Lande und in Europa immer weiter  auseinander driftet. Fiskalpakt,  Euro- und Bankenrettung werden dabei  als treibende Kräfte empfunden, die Forderung nach stärkerer Besteuerung  von Reichtum als 'nur fair'.“

Eine Abordnung des türkischen Volkshauses Halkevi unterstrich die  wachsende internationale Solidarität und half das große Transparent  „Stoppt den Sozialkahlschlag! Die Verursacher sollen zahlen für ihre  Krise.“ tragen.

Besonderes Aufsehen erregte ein kleines Pappschild eines jungen  Mitfahrers mit dem roten Schriftzug „Die fetten Jahre sind vorbei!“ Es  richtete sich mit Anspielung auf einen Filmtitel an die reichsten 10  Prozent, denen als einzigem Bevölkerungsteil die Krise noch mehr  Reichtum bescherte und deren Anteil am Vermögen weit über der Hälfte  liegt, während die Hälfte der Bevölkerung nur mit einem Prozent  beteiligt ist. Der junge Mann strahlte, als er es im Zug zurück nach  Hause auf seinem Handy als Aufmacher bei mehreren Top-Nachrichten-Medien  entdeckte: „Geil!“

 

R.F.

 
 

12. Mai 2012: Globaler dezentraler Aktionstag in Aschaffenburg

für den 12.05.  5 vor 12 riefen Attac, Kommunale Initiative (KI) und Friedenstrommler zu einer kleinen Aktion vor der Deutschen Bank auf.

Hier ein paar Bilder und der Redebeitrag von R. Frankl.

Unter anderen wurde unser Flugblatt zum Aufruf für den 19.05. verteilt.

Vortrags- u. Diskussionsabend "Griechenland ist überall"

KAB Betriebsseelsorge,
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
und das globalisierungskritische Netzwerk Attac
laden ein zum Thema

EUro-Krise: "Das Geld der Armen liegt in den Häusern der Reichen" (Jesaja 3,14)

Mittwoch, 07. Dezember 2011, 19.30 Uhr
Martinushaus, Aschaffenburg
Treibgasse 26

Vortrag- und Diskussionsabend mit
den beiden Griechenlandexperten

Ralf Dreis, Wiesbaden, FAU und Jannis Komianos, Lohr, DIE LINKE und IGM

Mittwoch, 07. Dezember 2011 um 19.30 Uhr
im Martinushaus
Treibgasse 26, 63739 Aschaffenburg

Info-Blatt herunterladen

neues Flugblatt zur EUro-Krise herunterladen

s. auch "Luxus-Griechen fressen Deutschland auf?"

Zwei-Klassen-MedizinoderSolidargemeinschaft?

Zwei-Klassen-MedizinoderSolidargemeinschaft?

Von der Ökonomisierung und Privatisierungunseres Gesundheitswesens

Vortrag und Diskussionmit Dipl. Pol. Kai Mosebach,

Institut für Medizinische Soziologie, Universität Frankfurt am Main

am Freitag, 25. November 2011 um 19.00 Uhr

im Martinushaus Aschaffenburg, Treibgasse 26

Die radikale Ausrichtung unserer Gesellschaft nach marktwirtschaftlichen Kriterien macht vor dem Gesundheitsbereich nicht halt. Von „Kostenexplosion“ und „demografischem Wandel“ ist die Rede. Der bekannte Ruf nach mehr „Eigenverantwortung“ betrifft dabei die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Beispiele für deren Umsetzung sind Zuzahlungen für medizinische Leistungen, Praxisgebühr, der schrittweise Ausstieg der Arbeitgeber aus der Sozialversicherung, Sparmaßnahmen in Krankenhäusern und Kassenpraxen. Die Hauptleidtragenden sind Kassenpatienten, allen voran untere Einkommensschichten. Weitere Einschnitte stehen zur Diskussion. Gleichzeitig werden Mediziner zu Dienstleistern, die marktkonform verkaufen sollen, Patienten zu deren Kunden. Wohin steuert unser Gesundheitssystem? Gibt es Alternativen zur heutigen Entwicklung? Sind sie realisierbar?

Gefährliche Vorurteile - Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Europa Phänomen, Verbreitung, Ursachen

Vortrag und Diskussion

mit Dipl. Soz. Daniela Krause, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, Universität Bielefeld

Vorurteile, Rassismus und Diskriminierung zeigen, ob eine Gesellschaft fähig
ist, unterschiedliche Personen und Gruppen zu integrieren. Negative
Einstellungen gegenüber benachteiligten Gruppen und gegenüber
Vielfältigkeit hemmen das friedliche Miteinander und den sozialen
Zusammenhalt.
Das Ausmaß von Vorurteilen ist alarmierend – so die Studie
„Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Europa“. Daniela Krause
untersucht in diesem Rahmen die Hintergründe von Vorurteilen gegenüber
verschiedenen Adressatengruppen: Einwanderern, ethnisch-kulturellen
Minderheiten, Juden, Muslimen, Frauen, homosexuellen, obdachlosen und
behinderten Menschen.
Mittwoch, 26. Oktober 2011 um 19.00 Uhr
im Martinushaus

Treibgasse 26, 63739 Aschaffenburg

- Eine Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Woche -

Kontakt: afa-Kreis Aschaffenburg, Kolpingstr. 7, 63739 Aschaffenburg, info@afa-ab.de

Wir sind die 99%!

8000 Empörte bei Demo und EZB-Aktion in Frankfurt!

Attac, Friedenstrommler und Kommunale Initiative (KI) hatten in Aschaffenburg aufgerufen, am 15. Oktober nach Frankfurt zu fahren, um an Demo und Aktion vor der EZ-Bank teilzunehmen.

Neben einer Kerngruppe von ca. 15 FriedenstrommlerInnen und Aschaffenburger Attacies stiegen in Aschaffenburg überraschenderweise weitere rund 50 junge Menschen von außerhalb des Kreises der "üblichen Verdächtigen" in den bereits voll besetzten Regionalzug aus Würzburg nach Frankfurt, um an der großen Demonstration zur EZB in Frankfurt teilzunehmen. Rathenau- und Goethplatz in Frankfurt waren gefüllt, als Attac Frankfurt mit dem Straßentheater "Europa - eine griechische Tragödie" den Auftakt zu den Protesten gab. 8000 Menschen demonstrierten mit Hunderttausenden in aller Welt gegen die Macht der Banken und das internationale Spielcasino des Finanzkapitalismus. Überparteilich und basisdemokratisch im Sinne der Demonstranten aus New York, Madrid und Athen.

Die Reaktionen aus Politik und Bankenwelt zeigen, dass diese Bewegung ernst genommen wird. Und sie ist erst der Anfang! Von den Parteien verlangen wir eine klare Unterstützung der Forderungen dieser Bewegung: Brecht die Macht der Banken! Zerschlagt die Großbanken! Finanztransaktionssteuer sofort! Wir sind die 99%!

Rede von Stephan Lindner (Attac Koordinierungskreis) vor der EZB

youtube-Bericht vom 15.10. in Frankfurt

Rede vor EZB Stephan Lindner Attac (im Hintergrund unser Transparent "Die Welt ist keine Ware")

 

 

 

 

Global denken - lokal handeln: Diskussionsabend ABschalten - Ausstieg umsetzen - Umstieg beschleunigen!

Die Aschaffenburger Klima-Allianz hatte eingeladen zu einem Diskussionsabend

Das MAIN-ECHO weigerte sich ui berichten, hier unser Bericht:
Atomausstieg - Chancen lokal nutzen!

Konkrete Schritte für Aschaffenburg diskutiert!

Rund 80 Zuhörer nutzten im vollbesetzten Saal K2 in der Stadthalle die Chance um mit Sebastian Schönauer, dem stellvertretenden Vorsitzenden des BN Bayern und Dieter Gerlach, Geschäftsführer der AVG über den Atomausstieg und die lokalen Schritte für die Stadt Aschaffenburg zu diskutieren. Peter Diekmann moderierte die Diskussion zwischen den zwei Referenten und den kritischen Zuhörern. Dieter Gerlach betonte die historische Bedeutung dieses Atomausstieges und der Möglichkeit die Energiewelt zu erneuern.  Die internationale Bedeutung für den Frieden in der Welt zeigte er auf indem er auf die 4 Grundprobleme hinwies, die zu erheblichen Auseinandersetzungen international führen könnten: der Nahrungsproblematik, dem Wassermangel, der Ernährung und Gesundheit und schließlich der Energie. Die Rohstoffressourcen gingen kurz oder lang zu Ende. Jetzt müsse diese Chance genutzt werden. Dass dies jetzt eher möglich ist, zeige lokal vor allem das hohe Interesse von Bürgermeistern aus der Region an Windkraftanlagen. Ziel sei es für ihn, alle Register zu ziehen, um "vor Ort alles zu ermöglichen, was sinnvoll, richtig und regional uns weiterbringt." Wobei Gerlach davon ausgeht, dass der Atomausstieg nicht sofort erfolgen könne, da bisher keine Speicherkapazitäten für Strom zur Verfügung stünden. Wir bräuchten bis zum endgültigen Ausstieg Kapazitätskraftwerke die fossil betrieben werden mit Gas und Kohle. Das Energiethema sei kein reines Stromthema, sonder beinhalte auch Wärme und Mobilität. Da sei die AVG gefragt um nicht nur allein sondern z.B. mit Genossenschaften und Bürgerbeteiligung neue Energieproduktion vor Ort aufzubauen. Was die Stromlieferung mit Atomstrom angeht, so sagte Gerlach, dass die AVG auf die Wünsche der Kunden einginge und dort ein Teil eben auf den Preis schaut und der andere die Nachhaltigkeit will. Die AVG sei keine Diktatur und bietet für jeden Wunsch Strom an - auch Strom mit Atomstomanteil. Dies war dann auch der größte Widerspruch zwischen Schönauer und Gerlach sowie Stimmen aus der Zuhörerschaft. Schönauer wies daraufhin, dass ein sofortiger Ausstieg möglich sei und deshalb keine Glühbirne ausginge. Die Investitionen in neue Kohlekraftwerke lehnte er deshalb ab. Es sei ein Teufelskreis permanent zu fragen: Was bauen wir für Kapazitätskraftwerke wenn es nicht reicht? Obwohl es reicht! Kohle sei zusätzlich nicht nur umweltpolitisch abzulehnen sondern dafür würden in Kolumbien die Menschen brutal ausgebeutet. Trotz der Unterschiede im Weg waren sich sowohl Gerlach wie Schönauer im Ziel einig. Vor 2021 lägen noch 3 Bundestagswahlen und die Gefahr des Rückfalls in die Atomenergie sei noch nicht gebannt. Beide plädierten für den Ausbau der Windenergie und setzten auf die Umwandlung von Strom in Methangas. Schönauer forderte Gesetze für die Methanisierung. Am Schluss zeigte Gerlach die Perspektiven für die Region Aschaffenburg auf. 15 neue Windkraftwerke wolle die AVG errichten, die Photovoltaik verzehnfachen, ein neuen großes Blockheizkraftwerk mit Erdgas und Biomethan soll errichtet werden, bei kleineren Blockheizkraftwerken sollen gewerblich 100 und privat 1000 neue installiert werden. Kritisch sein Hinweis, dass zum Lückenschluss der Anteil in Brunsbüttel drin bleibt. Für die nächsten 10 Jahre seien 140 Millionen Euro im Ausbauprogramm geplant. 30 Millionen davon seien schon ausgegeben. Eine Zielverkürzung des Verzichts auf Atomstrom auf 2017 wie vom Stadtrat beschlossen sei möglich, wenn es realistisch umzusetzen sei bei einem AKW-Anteil in Bayern bei 60 Prozent. Einig waren Gerlach und Schönauer bei der Forderung, dass die politische Steuerung nicht delegiert werden kann, wie es z.B. der Landkreis mit der Zentec vorhat. Sie sei wichtig um die Energiewende in der Industrie umzusetzen - die politischen Vorgaben müssen aber von der Politik kommen. Die Bürger müssen mit einbezogen werden.
Text: Johannes Büttner

 

Flyer  herunterladen 

21./22. Mai, Seminar: lieber reich und gesund statt arm und krank

Über die Neoliberalisierung unseres Gesundheitssystems und vom Umgang mit kapitalistischen Krisen

Wochenendseminar
vom 21. bis 22. Mai 2011

 

musste wg. Mangel an Anmeldungen leider abgesagt werden!!!

RÜCKFRAGEN: an info@afa-ab.de Tel.: 06021 / 447779

20. März 2011: Film-Matinee zur attac-Rohstoffkampagne

Yellow Cake - der Film zur Rohstoffkampagne

Film-Matinee, So., 20.03.2011, 10:45 Uhr
im „Casino“, Aschaffenburg, Ohmbachsgasse 1
im Anschluss Diskussion mit Filmemacher J. Tschirner. Ein Vertreter der Stadtwerke Aschaffenburg war angefragt, hat aber abgesagt.
Es laden ein:
attac Aschaffenburg, Kommunale Initiative (KI), Nord-Süd-Forum

Eintritt 7,- Euro(Hartz IV: 1 Euro)

Über dem Uranerzbergbau liegt seit 65 Jahren ein Geflecht aus Geheimhaltung und Desinformation. Weltweit und bis heute. Selbst in den jüngsten Debatten über die Atomkraft spielen die verheerenden Folgen des Uranerzbergbaus keine Rolle. Deutschland, einst drittgrößter Uranproduzent der Welt, hätte allen Grund zur Sensibilität. Doch die Regierung beschließt, die Laufzeit der Atomkraftwerke zu verlängern - und bringt damit so nebenbei auch die Energieversorgung von Kommunen wie Aschaffenburg in arge Bedrängnis ...In einer Zeit der neuen nuklearen Euphorie nimmt der Film die ZuschauerIn mit auf eine Reise,die von den ehemaligen ostdeutschen Uranprovinzen Thüringen und Sachsen zu den weltgrößten Minen in Namibia, Australien und Kanada führt.

Die Diskussion des Films dürfte vor den katastrophalen Ereignissen in Japan eine aktuelle Schwerpunktverlagerung bekommen!

Weitere Infos: www.attac-aschaffenburg.de, www.kommunale-initiative.de, www.yellowcake-derfilm.de, www.casino-aschaffenburg.de  

Abschalten! Mahnwache 14.03.2011 - Bericht

Unsere absolut kurzfristig organisierte Mahnwache am 14.03. war ein toller Erfolg. Weit über 200 Personen fanden sich am Rondell vor der Buchandlung Diekmann ein. Herzlichen Dank an alle, die mitgemacht haben! Außer R. Frankl sprachen Ben Arnold (MLPD), Andreas Parr (SPD), K-E Aulbach (Friedenstrommler), ein Vertreter der JUSOS. Johannes Büttner (KI) verlas einen Antrag zu einer Resolution (s. unten) des Stadtrats AB, von dessen Sitzung einige GRÜNE und SPD-Mitglieder entfrent hatten, um zur Mahnwache zu kommen. Eine Unterbrechung bzw. Verschiebung der Sitzung war mehrheitlich nicht gewollt. Wie im Main-Echo vom 16.03. auf S. 4 zu lesen, zogen die Leute nach der Veranstaltung spontan zum Rathaus, um die Verabschiedung der Resolution zu frodern. Auf die Bitte, vor die DemonstrantInnen zu treten und ein paar Worte zu sprechen, normalerweise eine Steilvorlage zur Darstellung eines OB, reagierte dieser dem Vernehmen nach sehr ungehalten mit einer Bemerkung inhaltsgemäß "so habt ihr(!) in der Weimarer Republik die Demokratie kaputt gemacht". Na, da zeigt sich eine sehr unterschiedlche Auffassung von Demokratie und den Lehren aus der Weimarer Republik.

Redebeiträge von B. Arnold und R. Frankl

Bericht des MAIN-ECHO vom 16.12.2011

Leserbrief von R. Frankl dazu

Indessen ist in Japan eingetreten, was zu befürchten war.
Da werden - obwohl sie sicher nicht die Urheber der Misere sind - die Völker wohl zeigen müssen, was Solidarität ist.
Und wir hier müssen uns überlegen, wie wir die strahlenden Profitmeiler wegbekommen.

Dazu schon mal eine Vorinformation von der website "ausgestrahlt":

26. März: Großdemos in Berlin, Hamburg, Köln
Jetzt ist es wichtiger denn je: In den kommenden Tagen und Wochen muss unser Protest gegen Atomkraft auf die Straße! Am Samstag, 26. März werden unter anderem in Berlin, Hamburg und Köln und einer der süddeutschen Großstädte bundesweite Großdemos stattfinden. Weiterhin sind für den 9. und den 25. April Aktionen überall im Bundesgebiet geplant. Genauere Informationen dazu folgen bald.

Auch in Aschaffenburg werden die Mahnwachen an den kommenden Montagen fortgesetzt.

13.01.2011: Stuttgart 21: Die Magie der Revolte

“Seit den Montagsdemonstrationen gegen Hartz IV im Jahr 2003 gab es bei allen Unterschieden nicht mehr eine derart zugespitzte Situation, in der ein Sieg einer Bewegung zumindest eine Möglichkeit ist und Kräfteverhältnisse weitreichend verschoben werden können.”, so kommentierte A. Passadakis, Mitglied des Attac-Kokreises, unter obigem Titel. Reine Euporie? Schlichterspruch hin, “Oben bleiben” her: Was können soziale Bewegungen und Gewerkschaften aus dem Kampf der Stuttgarter “Wutbürger” lernen?

Medien-Bericht von unserem Vortrags- und Diskussionsabend mit
Parkschützer-Gründer Klaus Gebhard
am13. Januar 2011, im  Main-Echo vom 15./16.01.2011

Flugblatt herunterladen (1 MB)


Mehr attac-Infos zu Protest gegen S21 weiter notwendig!

Herbstaktionen gegen Politik der Banken und der Bundesregierung

Am 29. 9. 2010 haben Attacies in 75 Aktionsgruppen und lokalen Bündnissen Banken besucht, blockiert oder besetzt. In 130 Städten wurde die "FINANCIAL CRIMES Deutschland" verteilt. Mitglieder von Attac Aschaffenburg haben sich am Mittwoch den 29.9. an der Deutschen Bank in der Luitpoldstraße/Ecke Steingasse zu beiden Zwecken getroffen. Es wurden etwa 300 Exemplare der "financial crimes" verteilt!

Presseecho und Bilder 

10.07.2010: Kundgebung "Stoppt den Sozialkahlschlag - Die Verursacher sollen zahlen für IHRE Krise"

Zur Kundgebung fanden sich die erwarteten gut 70 Personen ein
Zentrale Forderungen gegen die Abwälzung der Krisenlasten: 10-30-500-Blues
Alle reden vom Wetter - Trotz alledem, 2010

Ein Bündnis aus 12 Aschaffenburger Organisationen, darunter Attac Aschaffenburg-Miltenberg, hatte für den 10. Juli 2010 unter dem Motto "Stoppt den Sozialkahlschlag - Die Verursacher sollen zahlen für IHRE Krise!" zu einer Protestkundgebung gegen das Sparpaket der Bundesregierung aufgerufen . Die Lokalpresse hatte den Aufruf am Vortage veröffentlicht und das Publikumsecho (s. Bericht Main-Echo unten) war aus Sicht der VeranstalterInnen zufriedenstellend. Als Anmelder eröffnete Johannes Büttner (Stadtrat, KI, attac) einen Reigen von Redebeiträgen (Montagsdemo, KAB-Betriebsselsorge, Erwerbsloseninitiative, MLPD) der von mehreren engagierten Liedbeiträgen aufgelockert wurde. Reinhard Frankl (GEW, attac) benutzte die Gelegenheit, in den Eräuterungen zu seinen Liedern auf den längerfristigen Charakter der tiefen Krise hinzuweisen: "Von einem Aufschwung kann erst dann die Rede sein - so sehen das jedenfalls die Ökonomen -, wenn die Industrieproduktion den Höhepunkt des letzten Aufschwungs überschritten hat. Davon sind wir - wie wir alle wissen, auch Herr Brüderle - weit entfernt. Diese Regierung will gut Wetter machen, hat in der Tat allerdings nichts als soziale Kälte im Programm." Die Entscheidung des Bundesrates vom Vortag, die BAFöG-Erhöhung mit dem Hinweis auf knappe Landeskassen abzulehnen aber ein von der Privatwirtschaft dominiertes Elite-Stipendienprogramm aufzulegen, kritiserte er scharf.

Übereinstimmend gingen alle RednerInnen mit dem Sparpaket der Bundesregierung und seinem Versuch, die Krisenlasten noch weiter auf die Einkommensschwachen abzuwälzen, hart ins Gericht. Der Redner von der MLPD wies darüber hinaus deutlich auf die Krisenursachen hin, die weniger in der persönlichen Gier von Zockern als in der (Über-)Produktionsweise des kapitalistischen Systems selbst lägen.

Zum Abschluss der Kundgebung rief J. Büttner zu weiteren Aktionen auch, evtl. noch vor der Sommerpause, auf jeden  Fall aber im Herbst zusammen mit größeren Organisationen.

s. auch video-clip unter www.kommunal.tk

 

Finanz- und Wirtschaftskrise – wer zahlt für wen und für was?

Prof. Rainer Roth am 30.4.2010 in Miltenberg
Finanz- und Wirtschaftskrise – wer zahlt für wen und für was?
Der Kapitalismus steckt in der tiefsten Wirtschafts- und Finanzkrise der Nachkriegszeit. Woher kommt diese verdammte Krise, würde man gerne wissen.
Krisen – „von Menschen gemacht und gewollt“?
Und staunend hört man, sie sei von Menschen gemacht.

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20.05.2010, Geimeinschaftsveranstaltung zu Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Phänomen, Verbreitung und Ursachen
Vortrag und Diskussion mit

Dipl. Soz. Daniela Krause
Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung
Universität Bielefeld

Vorurteile, Rassismus und Diskriminierung zeigen, ob eine Gesellschaft fähig
ist, unterschiedliche Personen und Gruppen zu integrieren. Negative
Einstellungen gegenüber benachteiligten Gruppen und gegenüber
Vielfältigkeit hemmen das friedliche Miteinander und den sozialen
Zusammenhalt.
"Das Ausmaß von Vorurteilen ist alarmierend“, so die Studie
"Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" in Europa. Daniela Krause
untersucht in diesem Rahmen die Hintergründe von Vorurteilen gegenüber
verschiedenen Adressatengruppen: Einwanderern, ethnisch-kulturellen
Minderheiten, Juden, Muslimen, Frauen, homosexuellen, obdachlosen und
behinderten Menschen.

Donnerstag, 20.05.2010 um 19.00 Uhr
In der Alevitischen Gemeinde Aschaffenburg e.V.,
Würzburger Str. 62 (Hof der Telekom, 1. Stock)

Eine gemeinsame Veranstaltung von afa, Bündnis gegen Rechts und attac Aschaffenburg-Miltenberg

Flugblatt herunterladen(pdf)

Finanztranaktionssteuer hochaktuell

Finanztransaktionssteuer notwendiger als je zuvor!

Am 8.5. sammelten Reinhard und Heinz Unterschriften für diese Steuer. Die BürgerInnen waren gut aufgeklärt, hatte doch am 7.5. die FDP anläßlich der Sitzung des Bundestages über die Griechenlandkredite mit der Koalitionsfrage gedroht, sollte die Bundeskanzlerin diese Steuer befürworten. Daraus wird der vehemente Widerstand der Banken und ihrer politischen Helfershelfer gegen diese Steuer für die Armen deutlich. Also jetzt erst recht online unterschreiben: www.makefinancework.org

 

MAIN-ECHO, 18.03.2010: Wo die Augenbraue zum Säbel wird

Islam und Medien: Podiumsdiskussion mit Dr. Sabine Schiffer im Martinushaus - »Terror und Katastrophen im Fokus«

 Aschaffenburg Ob und wie Medien in Berichten über Islam und Muslime mit einem Fokus auf Negatives islamfeindliche Vorstellungen befeuern, darüber haben Medienkritiker und Medienvertreter am Dienstag im Martinushaus diskutiert. Lokaler Hintergrund war die Auseinandersetzung um den Moscheebau in Aschaffenburg.

Dort sei antiislamischer Rassismus vor Ort in erstaunlichem Ausmaß und organisierter Form sichtbar geworden, sagte Peter Diekmann, der die Podiumsdiskussion im Rahmen der internationalen Woche gegen Rassismus als lokaler Vertreter von Attac moderierte.... weiterlesen (pdf)

Medien und Islam und die Formation antiislamischer Bürgerbewegungen

15.03. - 28.03.2010 - Internationale Wochen gegen Rassismus

Medien und Islam
und die Formation antiislamischer Bürgerbewegungen

Vortrags- und Diskussionsabend mit JournalistInnen der regionalen Presse und einem Vortrag von Dr. Sabine Schiffer, Institut für Medienverantwortung, Erlangen.

Dienstag, 16. März 2010, 19:00 Uhr, Aschaffenburg, Martinushaus

In den letzten Jahren ist eine Zunahme aufgeregter Debatten um Islam und Muslime in ganz Europa zu beobachten. Auch in Deutschland bilden sich Bürgerbewegungen, die gegen den Bau von Moscheen, das Kopftuchtragen sowie eine „Islamisierung“ Europas agitieren. Deren ideologische Indoktrination findet vielfach im Internet statt. Die hier zu Grunde liegenden Haltungen werden nicht nur durch terroristische oder andere negativ besetzte Aktivitäten von Muslimen genährt, sondern auch dadurch, dass diese terroristischen Aktivitäten im Vergleich zu andere bedrohlichen Entwicklungen besonders viel Medienaufmerksamkeit erhalten. Dabei werden Medien zunehmend zum Vehikel für Think Tanks und PR-Aktionen unterschiedlichster Herkunft.

Dieser komplexen Thematik wird sich die Referentin anhand einiger Beispiele nähern und der Frage nachgehen, ob und welche Wege es aus den verallgemeinerten Stereotypen heute gibt – denn ein Feindbild Islam scheint manchem Zeitgenossen durchaus willkommen. ...

 

 

Dr. phil. Sabine Schiffer

ist Gründerin und Leiterin des Instituts für Medienverantwortung in Erlangen (www.medienverantwortung.de).
Sie hat über die Islamdarstellung in den Medien promoviert.

Ein antiislamisches Feindbild in der deutschen Gesellschaft erleichtert aktuelle und geplante Kriege gegen islamische Länder.

WissenschaftlerInnen und Medienschaffende,  die auf gruppenspezifische Menschenfeindlichkeiten hinweisen, sind für unsere Gesellschaft wichtig und sollten dafür nicht bestraft werden.

Deshalb: auf der Solidaritätsseite www.solidaritaet-mit-dr-sabine-schiffer.de unterschreiben!

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Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Stadtjugendrings, Jusmi AB, dem Bündnis gegen Rechts, der afa-Gruppe Aschaffenburg, dem AK Migration und attac Aschaffenburg-Miltenberg.

Informationsblatt herunterladen (pdf)

 

 

Bericht über den Filmabend am 20.1.2010

Gut besucht war unsere Veranstaltung im Martinushaus zu dem Dokumentarfilm Kampf um Amazonien von Martin Keßler über das Weltsozialforum in der Amazonasstadt Belém und den Kampf der Indigenas gegen die Zerstörung des Amazonas-Urwaldes.

Beschreibung des Films:

Zwei Tage war Indianerhäuptling José Carlos vom Stamm der Arara unterwegs, um aus seinem Urwalddorf Terra Wanga in die nordbrasilianische Millionenmetropole Belém zu gelangen, zum Weltsozialforum. Dafür hat er die Reisaussaat verschoben, Frau und Kinder zurückgelassen, doch schließlich geht es um die Zukunft seines Dorfes, wie er uns berichtet. Denn wenn „Belo Monte“, der grösste Staudamm Brasiliens, tatsächlich gebaut wird, sitzt sein Dorf künftig auf dem Trockenen,abgeschnitten vom lebensspendenden Wasser des mächtigen Xingu – Flusses, den die Indianer von altersher als Gott verehren. Insgesamt über 10000 Quadratkiliometer Urwald sollen in dem riesigen Stausee versinken, Tausende Indianer und Flussbewohner umgesiedelt werden. „Helfen kann uns nur noch internationale Unterstützung“, sagt José Carlos, „deswegen sind wir hier“.

Fast 3000 Indianer haben sich nach Belem aufgemacht, um auf die zunehmende Zerstörung des Amazonas - Urwaldes und die Vertreibung aus ihren angestammten Siedlungsgebieten durch Grossprojekte wie den Staudamm „Belo Monte“ aufmerksam zu machen. Denn beim Weltsozialforum in Belem steht die Bedrohung Amazoniens – „der grünen Lunge der Welt“ – ganz oben auf der Tagesordnung.

Wie sehr diese Bedrohung auch mit der Globalisierung zu tun hat, erfahren wir auf zahlreichen Veranstaltungen während des Forums. Oft sind es multinationaleKonzerne, die im grossen Stil Eisenerz oder Bauxit im Amazonasbecken abbauen und so den Urwald zerstören. Hinzu kommen riesige Soja- und andere Plantagen,die für den Weltmarkt produzieren. All das und der Anstieg der Rohstoffpreise in den vergangenen Jahren hat die brasilianische Handelsbilanz kräftig aufgebessert.Hinzu kommt das Zukunftsgeschäft mit Agrotreibstoffen und der enormen Biodiversität Amazoniens.Deswegen treibt die Regierung Lula die weitere Entwicklung im Amazonasbecken mit Milliardenprogrammen voran. „Nachhaltige Entwicklung“ ist das Schlagwort, mit dem der zuständige Planungsminister Mangabeira Unger riesige Straßen-, Siedlungs- und Infrastrukturprojekte wie den Staudamm „Belo Monte“ als„umweltverträglich“ deklariert. Weil sie eine nachhaltige ökonomische Entwicklung anstossen, die auf lange Sicht dem armutsbedingten Raubbau an Urwald und Umwelt Einhalt gebieten würden, wie er uns in seinem Ballhaus – grossen Arbeitszimmer in Brasilia erklärt. „Wir können Amazonien doch nicht in einen Park verwandeln, nur weil die Menschen in Europa Angst vor globaler Erwärmung haben,“ ereifert sich der Minister. Und sein zum Weltsozialforum angereister Chef, Präsident Lula, setzt vor der Presse noch eins drauf: „Es sind meist Ausländer, die hier auf dem Forum unsere Amazonaspolitik kritisieren. Die haben doch keine Ahnung. Amazonien gehört uns, und wir machen hier, was wir wollen!.“ Und dann fordert er eine Fortsetzung der weltweiten Handelsliberalisierung – gerade auch als Antwort auf die Finanzkrise, die sich schon längt zu einer Weltwirtschaftskrise ausgewachsen hat.

Dass diese Krise schon jetzt mit aller Macht in Amazonien zuschlägt, berichten Lucio und seine Kollegen von der Metallarbeitergewerkschaft in Barcarena, einer Industriestadt in der Nähe von Belem. Um 50 % sei die Aluminiumproduktion in den grossen Aluhütten von Bacarena eingebrochen. „Weil die Auto- und Bauindustrie weltweit stockt“. Albras und Alunorte, die beiden Alumultis in Barcarena, hätten bereits Zeitarbeiter entlassen. Zwei Drittel der Belegschaft sei „tertiärisiert“, d.h.ohne langfristigen Arbeitskontrakt, die Stammbelegschaft auf ein Drittel geschrumpft. „Hier geht die Angst um“, sagen sie und zeigen uns die marode Infrastruktur von Barcarena. Im Werk selbst dürfen wir nicht drehen. Dafür treffen wir einen ehemaligen Metallarbeiter, den sie entlassen haben. Der rodet jetzt ein Stück Urwald – illegal – é um darauf etwas zum Essen anzubauen und eine armselige Hütte zu errichten.Einige Tage später treffen wir die Metallgewerkschafter erneut. Diesmalauf dem Weltsozialforum bei einem gemeinsamen workshop mit deutschen Metallern. Einer von ihnen ist Peter Camin, Betriebsratsvorsitzender einer HamburgerAluhütte, die dem norwegischen Alumulti Norsk Hydro gehört. Er berichtet von Kurzarbeit im Hamburger Werk und dem drohenden Aus für die Aluhütte in Neuss beiKöln. „Zur Aluminiumherstellung braucht man gigantisch viel Strom“, sagt Peter Camin.“Und der kostet in Deutschland ungleich mehr, als hier in Brasilien. Deswegen ist die Aluverhüttung nach Amazonien oder in andere Tropenregionen abgewandert. Hier gibt es billige Energie, weniger regide Umweltauflagen.“

„O preço da luz é um roubo. A vítima é você !“ – Der Preis für Licht ist ein Raubüberfall. Und Du bist das Opfer!“ Diese Parole prangt auf T-shirts und Flugblättern, die Dilma an ihrem Stand auf der „internationalen Messe“ des Weltsozialforums feilbietet. Sie engagiert sich bei MAB, der sozialen Selbstorganisation der Talsperrengeschädigten in Brasilien.Internationale Aluminiumkonzerne zahlen lediglich 0,06 Reais für die Kilowattstunde Strom“, empört sie sich. “Doch wir Normalverbraucher in Tucurui bezahlen 0,50 Reais für eine Kilowattstunde – obwohl bei uns ein riesiges Wasserkraftwerk direkt vor unserer Haustür Strom in Hülle und Fülle produziert“. Doch dieser Strom lande hauptsächlich in den Aluhütten von Barcarena. „Wir subventionieren den Billigstrom für die Alumultis durch unsere saftigen Stromgebühren. Dabei haben die meisten von uns keine Arbeit und hausen in menschenunwürdigen Hütten.“

Wir haben Dilma und Ihre KollegInnen von der MAB bereits vor dem Weltsozialforum in Tucurui begleitet. Sie haben uns zu den Geschädigten der Talsperre gebracht,die bereits zur Zeit der Militärdiktatur erbaut wurde. Über 25 000 Menschen wurden seinerzeit zwangsweise umgesiedelt. Viele von Ihnen haben auch mehr als 20 Jahre danach keinerlei Entschädigung erhalten, leben in Elendsquartieren.Zum Beispiel Carlos. Er muss seine Kinder und Enkelkinder mit Gelegenheitsarbeiten auf dem Markt von Tucurui durchbringen. Früher hat er als Fischer gearbeitet,doch die Talsperre hat ihn Haus und Hof gekostet, die Fischgründe weitgehend zerstört. Jetzt lebt die zwölfköpfige Familie in einem notdürftig aus Holz zusammengezimmerten Pfahlbau direkt am Fluss. Nachts kriechen die Ratten durch die löchrigen Holzplanken und nagen an den schäbigen Schaumstoffmatratzen.Der vierzigjährige Ronaldo arbeitet nach wie vor als Fischer. Ein gefährlicher Job, denn ohne Vorankündigung werden die Schleusen des Wasserkraftwerkes geöffnet. Schon mancher Fischer wurde so in die Tiefe gerissen. „Früher gab es hier Fisch in Hülle und Fülle“, berichtet Ronaldo. „Doch die Bestände sind drastisch zurückgegangen.“ Schuld daran sei das giftige Gas Metan, das durch die auf dem Grunde des Stausees verfaulenden Baumstämme entstehe. Denn seinerzeit habe man den Urwald einfach geflutet. Jetzt zerstöre das Metan die Fischbestände und die Atmospäre. Das hätten Wissenschaftler herausgefunden.

Ein Schicksal, dass Antonia Melo von der Stiftung „Viver, Produzir e Preservar“ auch für Altamira und den Fluss Xingu fürchtet, wenn der Riesenstaudamm „Belo Monte“ Wirklichkeit werden sollte. Wir treffen die Koordinatorin der örtlichen Frauenbewegung im Studio des katholischen Fernsehsenders von Altamira. „Dieser Sender ist für uns sehr wichtig, um Öffentlichkeit für unsere Aktionen gegen das Staudammprojekt zu bekommen“, sagt sie. Alle restlichen Sender undZeitungen seien in der Hand lokaler Politiker und Geschäftsleute, die vom Staudammbau profitieren wollten. „Die versprechen den Leuten Fortschritt und Entwicklung, wie die Politiker in Brasilia. In Wirklichkeit werden die 25 000 Bauarbeiter, die nach Altamira kommen, um den Staudamm zu errichten, auch Kriminalität und Prostitution bringen. Die Stadt wird aus allen Nähten platzen. Grosse Baufimen, lokale Geschäftemacher und Politiker werden sich die Taschen füllen“. Doch die wirtschaftliche Blüte werde nur einige Jahre dauern. Danach sehe es aus, wie heute in Tucurui, das das alles schon hinter sich habe.Das fürchtet auch Dom Erwin Kräutler, der katholische Bischoff von Altamira. Er ist der prominenteste Kopf der Staudammgegner und zum Weltsozialforum nach Belém gereist, um internationale Unterstützung für den Kampf gegen „Belo Monte“ zu organisieren. Nur weltweiter Druck werde die Regierung Lula zum Einlenken bewegen, erklärt Dom Erwin Kräutler. Ausserdem gebe es vernünftige Alternativen: „die bereits bestehenden Wasserkraftwerke und Überlandleitungen modernisieren. Die sind hoffnungslos veraltet und produzieren riesige Stromverluste“. Wenn das in Angriff genommen würde, könne man sich neue Riesenstaudämme sparen.

Der gebürtige Österreicher ist auch Vorsitzender der Indianermission CIMI der brasilianischen katholischen Bischofskonferenz. „Die Auswikungen von Belo Monte und anderer Grossprojekte in Amazonien werden vor allem für die Indianer verheerend sein“, sagt Dom Erwin Kräutler. „Die Verantwortung dafür tragen nicht nur die brasilianische Regierung und internationale Konzerne. Es sind auch die Verbraucher in Europa.“ Viele von Ihnen wüssten nicht, dass ihre Autos mit Aluminium und Eisen aus Amazonien gebaut würden. Erzeugt mit Billigenergie aus Staudämmen, die den Urwald zerstören und die Indianer vertreiben“. Deswegen seien auch die Menschen in den westlichen Industrieländern aufgerufen, ihren Lebensstil zu überdenken, weniger zu verbrauchen, Das sei die grosse Chance der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise.

„Wir befassen uns seit Jahren mit den negativen Folgen der Aluminiumproduktion“, sagt Metallgewerkschafter Camin. Auch auf den letzten Weltsozialforen habe es sogenannte Aluworkshops deutscher und brasilianischer Metallgewerkschafter gegeben. „Zumindest menschlich und informationsmässig sind wir uns dabei näher gekommen. Und mithilfe der deutschen Mitbestimmung und unseres Einflusses in Aufsichtsräten ist es gelungen, die Arbeitsbedingungen unserer brasilianischen Kollegen zu verbessern, schärfere Umweltstandards in den Aluhütten durchzusetzen“. Doch in der Krise habe jeder zunächst mal Angst um den eigenen Arbeitsplatz.

Und bis die Menschen in Europa bereit seien, ihre Konsumgewohnheiten dem Klimawandel und der Forderung nach globaler Gerechtigkeit anzupassen, müsse noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.

„Eine Art Angststarre hat viele Menschen erfasst. Auch in Deutschland“, erklärt Prof. Elmar Altvater, Politikwissenschaftler aus Berlin. Er ist zum Weltsozialforum gekommen, um mit Kollegen aus aller Welt über die Folgen der Weltfinanz- und -wirtschaftskrise zu diskutieren. „Die Menschen haben Angst und hoffen, dass der Staat es richtet. Doch der Staat kann die grundlegenden Probleme dieses Wirtschaftssystems nicht lösen.“ Deswegen führe auch das an den Industrieländern orientierte Entwicklungsmodell der Regierung Lula für Amazonien in die falsche Richtung.

„Wir befinden uns in einer epochalen Umbruchphase der bisherigen Wirtschaftsweise“, erläutert der Professor. Angesichts der Endlichkeit von Erdöl und anderer Naturressourcen, der weltweiten Umweltzerstörung müsse eine viel kleinteiligere Wirtschaft organisiert werden – auf der Basis regenerativer Energien. Statt Megastaudämme seien viele kleine Wasserräder, Solar – und Windkraftanlagen angesagt. Statt weltumspannender Riesenkonzerne mit einem gigantischen Ressourcenverbrauch lokale und regionale Betriebe, die im Einklang mit der Natur produzierten.

Eine Auffassung, die auch Indianerhäuptling José Carlos teilt. Wir müssen ungeklärtes Flusswasser trinken, worunter vor allem die Kinder leiden“.

Auch die Malaria setzt den Dorfbewohner heftig zu. Einen Arzt gibt es nicht und Altamira ist weit. So übernimmt es José Carlos bei den ersten Anzeichen der Tropenkrankheit, Medikamente zu verteilen. Einen Lehrer gibt es momentan auch nicht, obwohl das Dorf eine eigene „Schulhütte“ hat. „Normalerweise werden die Kinder bis zur vierten Klasse unterrichtet“, erläutert José Carlos. “Wer weitermachen oder studieren will, muss umziehen nach Altamira“.

Doch Miguel und andere junge Männer bleiben lieber im Dorf. Tagelang gehen sie gemeinsam im Dschungel auf die Jagd oder bestellen kleine Felder mit Bohnen,Mais oder Reis zum Eigenverbrauch ihrer Familien. Mithilfe der Indianermission CIMI wollen die Dorfbewohner jetzt 5 000 Kakaopflanzen anziehen und pflanzen.Vielleicht gelingt es Ihnen ja, mit „Dschungelkakao“ etwas Geld zu verdienen, um sich unabhängiger von der spärlichen Regierungshilfe zu machen. „Den Urwald nicht zerstören, sondern mit ihm leben. Dafür steht die indianische Kultur seit Jahrtausenden“, erklärt uns der bekannte brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff. Angesichts der unübersehbaren Krise des konsumistischen Wirtschafts- und Zivilisationsmodells könne sie uns wertvolle Hinweise liefern, um das menschliche Überleben in Zeiten von Umweltzerstörung und globaler Erwärmung zu sichern. „90% der Güter, die uns zum Kauf angepriesen werden, brauchen wir nicht. Sie sind Müll, der die Umwelt und unseren Geldbeutel belasten“, wirft Leonardo Boff in eine Diskussionsrunde des Weltsozialforums. Und er mahnt zur Eile. „Uns bleibt nur noch wenig Zeit, zum Umsteuern, sonst kommen durch die globale Erwärmung unumkehrbare Prozesse in Gang, die das bisherige Leben auf dem Planeten Erde vernichten werden.“ Schon bald würden immer mehr Menschen erkennen, dass die gegenwärtige Weltfinanz- und -wirtschaftskrise eine viel grundlegendere Zivilisationskrise sei. „Jeder sollte nur das verbrauchen, was er tatsächlich zum Lebenbraucht. Da können wir viel von den Amazonasindianern und ihrer Kultur lernen!“.

Eine Botschaft, die bei Präsident Lula und seiner Regierung noch nicht angekommen ist. Das fürchtet auch Jürgen Reichel vom evangelischen Entwicklungsdienst. Er sitzt im hundertzwanzigköpfigen „internationalen Rat“, der die Weltsozialforen vorbereitet. Wir treffen ihn im Hilton – Hotel von Belem, am Rande einer Zusammenkunft des Rates mit dem brasilianischen Präsidenten. Immerhin sei Lula dieses Mal nicht zum Weltwirtschaftsforum nach Davos gereist, sondern zum Weltsozialforum nach Belem, sagt Reichel. Und die brasilianische Regierung sei eine der Regierungen, die zumindest für die Argumente der weltweiten sozialen Bewegungen offen sei. Vor allem die sozialen Bewegungen in Brasilienhätten wesentlich dazu beigetragen, dass der Weltsozialforumsprozess erfolgreich sei. „120 000 sind diesmal nach Belem gekommen. Und der Slogan „Eine andere Welt ist möglich!“, ist für immer mehr Menschen eine konkrete Hoffnung, die auch politisch Wirkung zeigt.“ Auch die Regierung Lula könne darüber nicht hinweggehen.

Im „Colégio Mario Barbosa“ sind die Arara – Indianer derweil beim Packen. Am Abend geht der Bus zurück nach Altamira. Für José Carlos hat sich der weite Weg nach Belem gelohnt. Vor allem, weil die viele Diskussionen und gemeinsamen Aktionen auf dem Forum die verschiedenen Indianerstämme noch mehr geeint haben in ihrem Widerstand gegen die fortschreitende Zerstörung des Amazonas-Urwaldes. Und weil man neue Kontakte zu anderen sozialen Bewegungen geknüpft hat. Besonders die kriegerischen Kayapo-Indianer werden den Kampf gegen das Staudammprojekt „Belo Monte“ mit aller Härte weiter führen. Das erklärt uns ihrer oberster Häuptling Akiaboro Kayapo. An seiner Seite in voller Bemalung sitzt Tuira Kayapo, die Heldin des indianischen Widerstandes gegen das verhasste Staudammprojekt. 1989 ging ihr Foto um die Welt, wie sie José Antonio Muniz, den Repräsentanten des Eletrokonzerns „Eltrobras“, mit einer Messerklinge attaktiert. Aus Protest gegen die falschen Versprechungen des Konzerns, der schon damals den Riesenstaudamm „Belo Monte“ bauen wollte. Rockstars wie Sting stellten sich daraufhin an die Spitze einer internationalen Protestwelle und brachten das Staudammprojekt zu Fall, weil die Weltbank ihre Kreditzusage zurückzog.

„Was 1989 möglich war, muss doch auch 2009 möglich sein“, sagt Tuira Kayapo und hofft auf eine zweite internationale Protestwelle. Auf dem Weltsozialforum in Belém sind die Indianer jedenfalls einen wichtigen Schritt voran gekommen. Und vielleicht hat die Weltfinanz- und -wirtschaftskrise ja auch ihr Gutes und es fehlt schlicht das Geld, das umstrittene Megaprojekt zu realisieren.

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