Einwanderungsgesellschaft sozial und gerecht gestalten
Wer sich von dem ehemaligen Finanzsenator und Bundesbank-
Vorstandsmitglied Thilo Sarazzin nicht sagen lassen will, dass die
bundesrepublikanische Gesellschaft aus Parallelgesellschaften besteht, dass die
Menschen nach ökonomischen Wertebegriffen und rassistischen Merkmalen
einzuordnen sind, für den ist der folgende Aufsatz zur Unterstützung einer
zielorientierten Diskussion gemacht.
Nie wieder Faschismus - Stoppt den Krieg!
Wehret den Anfängen!?
Zu spät. Die Anfänge sind längst getan. Wieder einmal gibt es eine tiefe Wirtschaftskrise. Wieder einmal ist es in Europa Mode geworden, Sündenböcke zu suchen und auf sie zu hetzen. In Frankreich hetzt Sarkozy gegen Roma. In DeutschÂland hetzt Sarrazin gegen Erwerbslose und AnhängerInnen des Islam. Vor dem Hintergrund der neueren europäischen Geschichte ein grenzenloser Zynismus! Aber in den Talk-Shows und KomÂmentaren wird immer wieder eine „hohe Unterstützung“ Sarrazins durch die Bevölkerung hervorgehoben. "Recht auf Meinungsfreiheit für jemanden, der die großen Probleme Deutschlands anpackt", heißt es landauf landab.
Was sind die großen Probleme?
Trotz wirtschaftlicher Erholung ist die Krise tiefer als alle vorherigen der NachÂkriegsÂzeit und wird deshalb länger anÂdauern. Möglicherweise ähnlich lang wie ihre vergleichbare Vorgängerin 1929/30, die 12 Jahre zur Überwindung brauchte. Und wie damals zweifeln die Deutschen am Kapitalismus. So sagt es zumindest eine Emnid-UmÂfrage, die von der Bertelsmann-StifÂtung in Auftrag gegeÂben war. Zum Medienimperium BerÂtelsÂmann gehört auch das Haus, das das Sarrazin-Buch verlegt hat. Ein Schelm, wer Böses denkt. Dazu kommt eine unverkennbare Demokratiemüdigkeit im bürgerlichen LaÂger (vgl. Münkler: „Lahme Dame Demokratie“).
Déjà -vu?
Die Brüning'sche Sparpolitik wirtschaftete die Weimarer Republik herunter. In der Bevölkerung wuchs die Unzufriedenheit an, viele suchten gesellschaftliche Ursachen für das Krisensystem. Durch das Medienimperium Hugenberg und die Faschisten gelang es, ihr Augenmerk von Klasse auf Rasse zu lenken. Wohin das Ganze führte, muss uns an Gedenktagen wie dem 27. Januar (Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus) dem 8. Mai (Ende des Zweiten Weltkrieges und Befreiung vom Faschismus), dem 1. September (Antikriegstag) dem 1. Oktober (Tag des Flüchtlings, Interkulturelle Woche) dem 9. November (Reichspogromnacht) oder während der Internationalen Wochen gegen Rassismus im März besonders klar sein.
Auch wenn es wieder Anfänge gibt - für die Verhinderung einer weiteren Katastrophe ist es nicht zu spät.
Deshalb:




